Bayerisches Staatswappen

Beamtenschmiede in Wasserburg: Premiere geglückt

87 Absolventen der Hochschule für den Öffentlichen Dienst erhalten ihr Diplom

Wasserburg – 87 Absolventen und Absolventinnen der Hochschule für den Öffentlichen Dienst in Bayern, Fachbereich Sozialverwaltung, feierten mit vielen Ehrengästen im historischen Rathaussaal in Wasserburg die Übergabe ihrer Diplomierungsurkunden.

„Kinder lernt nichts, sonst müsst ihr später arbeiten“, zitierte Fachbereichsleiter Rainer Schmid den Berliner Künstler Heinrich Zille in seiner Begrüßung und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Das habt ihr gehörig versemmelt“.

Anspruch auf gute Verwaltung erfüllen

Die Absolventen hätten nun einen akademischen Abschluss in der Tasche, der sie als begehrte und hochkompetente Mitarbeitern qualifiziere. Sie würden in wichtigen Verwaltungsbereichen gebraucht, denn die Bürger hätten einen Anspruch auf eine gute Verwaltung. „Werden sie dem gerecht“, appellierte Schmid. „Mich schlechten Gesetzen und guten Beamten lässt sich immer noch regieren“, das habe schon Otto Fürst von Bismarck gewusst. „Sie müssen also gut sein. Sie haben viel vor“, gab Rainer Schmid den Absolventinnen und Absolventen mit auf den Weg.

2016 haben 99 Studenten – darunter erstmals auch vier von der Bayerischen Versorgungskammer – das duale Studium an der Hochschule für den Öffentlichen Dienst, Fachbereich Sozialverwaltung, in Wasserburg begonnen. 87 sind zur Anstellungsprüfung angetreten und haben bestanden.

 „Die Premiere ist geglückt“, stellte Heinrich Böger von der bayerischen Versorgungskammer in seiner Festrede heraus. Als größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe in Deutschland ist die Bayerische Versorgungskammer Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für berufsständische und kommunale Altersversorgung. Das Geschäftsgebiet erstreckt sich auf das Gebiet des Freistaats Bayern, bei einigen Versorgungseinrichtungen aufgrund von Staatsverträgen auch auf andere Bundesländer und bei drei bundesunmittelbaren Einrichtungen auf das gesamte Bundesgebiet.

Bereits 2014 habe es erste Überlegungen, gegeben, ein Duales Studium in Kooperation mit der Beamtenhochschule in Wasserburg anzubieten, um qualifizierte Nachwuchskräfte zu generieren, die mit ihren umfassenden Schlüsselqualifikationen sofort einsetzbar und handlungsfähig seien. 2016 sei das Vorhaben dann mit vier Damen quasi als Vorreiterinnen an den Start gegangen. Der große Vorteil liege in der praxisnahen und qualitativ hochwertigen Ausbildung, die auf die Anforderungen der Sozialverwaltung ausgerichtet sei und eine große Schnittmenge mit den Aufgabenstellungen der Bayerischen Versorgungskammer aufweise. Der erfolgreiche Abschluss befähige zur Erfüllung der anspruchsvollen Dienstaufgaben auf mittlerer und gehobener Managementebene.

„Heute ist der schönste Tag des Studiums: die Abschlussfeier“, stellte Böger fest. Die vier Absolventinnen hätten ihr Studium mit Bravour gemeistert und Wasserburg habe sich als Hochschule bestens bewährt. Die frischgebackenen Diplomverwaltungswirte hätten mit ihrem Studium die Grundlage erworben, um in Führungsverantwortung hineinzuwachsen und sich in Führungspositionen zu beweisen.

Dritter Bürgermeister Otto Zwiefelhofer überbrachte die Glückwünsche der Stadt Wasserburg und stellte dabei fest, dass die Absolventen mit der Diplomurkunde einen wichtigen und hochqualifizierten Abschluss in der Tasche hätten.

Vorausgegangen sei eine anstrengende Zeit, doch das Ergebnis sei umso erfreulicher. Daneben hätten die Studierenden Wasserburg auch als eine Stadt mit viel ehrenamtlichen Engagement und kulturellen und sportlichen Angeboten kennengelernt, die zur Lebensqualität der Gesellschaft beitragen. Nun gelte es den Spagat zwischen den rechtlichen Grundlagen und der Menschlichkeit zu schaffen.

Sie haben gelernt, was zu lernen ist und mit viel Mühe und Anstrengung ihr Etappenziel erreicht.

„Sie haben gelernt, was zu lernen ist und mit viel Mühe und Anstrengung ihr Etappenziel erreicht. Nun müssen Sie ihr Wissen verantwortungsvoll, effizient und bürgernah in die Tat umsetzen“, betonte Sabrina Perl vom Förderverein des Bildungszentrums für Sozialverwaltung Wasserburg e. V. Dazu gehöre Mut zur Veränderung, Weitblick, neue Wege und kritisches Hinterfragen.

Bunter Wechsel aus Studium und Arbeit

Humorvoll blickten die Diplomanden auf drei hektische, stressige, aber auch sehr schöne Studienjahre in Wasserburg zurück. „Eine Diplomurkunde, sieben Gesetzbücher, 28 Klausuren, über 2000 Stunden Unterricht, ein bunter Wechsel aus Studium und Arbeit und 1149 Tage später die große Freude“, lautete das Resümee.

Anfangs sei man auf eine fremde Stadt, ein fremdes Leben und unbekannte Mitstudierende getroffen. Doch Wasserburg sei eine vertraute kleine Insel geworden, wo Freundschaften fürs Leben geschlossen worden seien. Nun falle der Abschied von Wasserburg doch ein wenig schwer.

Wasserburger Zeitung vom 30. Oktober 2019