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25 JAHRE BILDUNGSZENTRUM DER SOZIALVERWALTUNG IN WASSERBURG

„Zuckerl“ wurde zum Erfolgsmodell

Kleine Behörde - große Wirkung – welche tragende Rolle das Bildungszentrum der Sozialverwaltung in Wasserburg im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales innehat, wurde allein schon an der Tatsache, dass das Erfolgsmodell der Aus- und Weiterbildung auch auf andere Behörden übertragen werden soll und an der Schar der Gratulanten deutlich.

  

Wasserburg – Sozialministerin Kerstin Schreyer betonte bereits im Vorfeld des Festakts zum 25-jährigen Bestehen: „Gerade im Zeitalter der Digitalisierung ist die Aus- und Fortbildung unserer Beamten bedeutender denn je. Auch unsere Beamtinnen und Beamten wollen den veränderten Anforderungen im Berufsleben gerecht werden. Deshalb investieren wir mit dem Bildungszentrum der Sozialverwaltung in eine moderne und zeitgerechte Ausbildung.“

Michael Höhenberger, Amtschef im bayerischen Sozialministerium, überbrachte die Glückwünsche der Ministerin und gratulierte: „Wir sind stolz auf diese Schule und auf die großartige Arbeit der beiden Einrichtungen“. In seiner Festrede spannte er einen Bogen vom Nachkriegsdeutschland zur aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation „mit einer risikobehafteten Weltlage, Brexit und dem Verlust der Wahrheit“. Fake News würden als Waffe eingesetzt und die Demokratie sei kein Selbstläufer, sondern Aufgabe.

Ökonomisch gehe es den Deutschen so gut wie nie, aber im Gegenzug steige die Sorge um die Sicherheit, die kulturelle Integrität des Landes und den Zusammenhalt der Gesellschaft. Die Demokratie brauche Rahmenbedingungen, die ihr Halt und Struktur geben, hob Höhenberger hervor.

 

Sozialstaat Grundvoraussetzung für Demokratie

 

Eine dieser Grundvoraussetzungen sei der Sozialstaat. Ohne den Ausgleich der Interessen, ohne soziale Gerechtigkeit, die Eigenverantwortung und Solidarität in Balance halte, sei Demokratie nicht möglich. Daran werde die große Bedeutung der Ausbildung deutlich. „Im Bildungszentrum der Sozialverwaltung werden seit 1993 die Fachkräfte ausgebildet, die für die Staatsverwaltung tätig sind und damit das Fundament des bayerischen Sozialstaats tragen“. Deshalb sei es wichtig, Ausbildung zur Chefsache zu machen.

 

In einem ganzheitlichen Konzept müssten – auch im Hinblick auf Globalisierung, Migration, Digitalisierung und demografischem Wandel - ressortübergreifend Ideen gebündelt und neue Wege beschritten werden. Zumal der Bedarf an Verwaltungs- und Diplomverwaltungswirten stetig steige. In diesem Zusammenhang signalisierte Höhenberger, dass die Planungen für einen Erweiterungsbau vorangetrieben und im nächsten Doppelhaushalt versucht werden solle, finanzielle Mittel für die Baumaßnahme zu bekommen.

 

Damit könnten sich die beiden Geburtstagswünsche der Akademie, die deren Leiterin Brigitte Schulan in ihrer Begrüßung eindringlich geäußert hatte, vielleicht schon bald erfüllen. Angrenzend an die Grundstücke des Bildungszentrums besitzt der Freistaat Bayern bereits Grundstücke, auf denen der geforderte Erweiterungsbau errichtet werden soll. Wegen fehlender Mittel konnten diese Pläne allerdings bisher nicht umgesetzt werden.

 

Dabei gebe es dringenden Handlungsbedarf. Die angemieteten und auch die im Hauptgebäude zusätzlich eingerichteten Hörsäle entsprächen in keinster Weise den Anforderungen, betonte Brigitte Schulan. „Wir brauchen geeignete Hörsäle für die Fortbildung, mit Gruppenarbeitsplätzen und Pausenzonen. Und wir brauchen ganz dringend eine Mensa, die aktuellen Anforderungen entspricht. Und wir brauchen baldmöglichst die Übernachtungsplätze, um weitere Anmietungen wenn schon nicht zu vermeiden doch wenigstens zeitlich zu begrenzen“.

 

Zudem brauche es dringend Unterstützung bei der Gewinnung der Nachwuchskräfte. Der viel zitierte und beschriebene Mangel an geeigneten Schulabgängern habe längst auch den öffentlichen Dienst erreicht. Die Akademie sei zuständig für die Auswahl der Nachwuchskräfte der zweiten und dritten Qualifikationsebene für den gesamten Geschäftsbereich des StMAS. Zentrale Maßnahmen und Aktivitäten des Ministeriums wie beispielsweise Kampagnen, um die Schulabgänger für den öffentlichen Dienst ganz allgemein zu begeistern und das Thema „Sozialverwaltung“ – in Abgrenzung zu Finanzämtern und Gemeinden – bekannter machen, könnten die Situation, aus der Sicht Brigitte Schulans, verbessern.

 

Bürgermeister Michael Kölbl hob die Bedeutung des Bildungszentrum für die Stadt Wasserburg hervor. Die Entscheidung des Freistaats, auf dem rund 6800 Quadratmeter großen ehemaligen Krankenhaus-Areal das Bildungszentrum zu errichten, habe die Stadt als Mittelzentrum gestärkt. Insgesamt prägten bis zu 6000 Schüler und Studenten die Kultur der Stadt. Der wichtigste Rohstoff des Landes sei Bildung „und die ist auch A und o um den Rechtsstaat zu festigen“.

 

„Es war eine gute Idee, die Schule hier anzusiedeln.“ Stellvertretender Landrat Josef Huber

 

Der stellvertretende Landrat Josef Huber stellte fest, dass ein Betrieb nur so gut sei, wie seine Mitarbeiter. Gerade in Behörden, Ämtern und Kommunen hätten sie ganz wesentliche und sehr verantwortungsvolle Aufgaben, die täglich den guten Umgang mit Menschen voraussetze. „Es war eine gute Idee, die Schule hier anzusiedeln“.


Dieser Bericht wurde in der Wasserburger Zeitung / OVB am 22.5.2018 veröffentlicht.