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Diplomierungsfeier der Hochschule in Wasserburg

Querdenken und über Tellerrand schauen

Der historische Rathaussaal bot den feierlichen Rahmen, um 53 Absolventen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, Fachbereich Sozialverwaltung, ihre Diplomierungsurkunden zu überreichen.

Wasserburg – Anna-Lena Werner (1,24) von der DRV Nordbayern und Selina Streidl (1,98) vom ZBFS Oberbayern waren die Besten. Die frischgebackenen Diplomverwaltungswirte/-innen werden künftig überwiegend bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und dem Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) eingesetzt.

„Es ist ein ganz besonderer Tag, alle haben bestanden, da lässt es sich unbeschwert feiern“, betonte der Fachbereichsleiter Rainer Schmid. Drei anstrengende Jahre lägen hinter den Absolventen, doch mit Fleiß und Entschlossenheit hätten sie mit ausgezeichneten Ergebnissen ihr Ziel erreicht. Nun müssten sie Verantwortung in ihren Behörden übernehmen. Das biete die Chance, das Bild einer modernen und bürgernahen Verwaltung mitzuprägen, ohne dabei zu vergessen, dass man es mit Menschen zu tun habe. „Seien Sie stolz darauf, im öffentlichen Dienst zu sein und bleiben sie weiterhin so aufgeschlossen“, empfahl Rainer Schmid – dann sei ihm um die weitere berufliche Karriere nicht bange.

Der stellvertretende Bürgermeister Werner Gartner überbrachte die Glückwünsche der Stadt Wasserburg und riet den Absolventen: „Such dir einen Job, der dir Freude macht, dann brauchst du dein Leben lang nicht arbeiten“. In der dritten Qualifikationsebene hätten die Absolventen umfassende Handlungskompetenz und Schlüsselkompetenzen erworben, um ihre Aufgaben verantwortungsvoll, effizient und bürgernah erfüllen zu können. Als Teilzeitbürger hätten sie in Wasserburg beste Bedingungen zum Lernen vorgefunden, zumal es auch nicht an geeigneten Örtlichkeiten mangele, um den Unterrichtsstoff außerhalb der Vorlesungszeiten nachzubereiten.

„Begeisterung beim Lernen schlägt alles“, betonte Festrednerin Elisabeth Häusler. Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd lenkte den Blick auf den Stellenwert der Bildung und eine zeitgemäße Wissensvermittlung. „Wir müssen denken lernen“, laute die oberste Prämisse. Wichtig sei der kritische Umgang mit Informationen und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Es brauche Mitarbeiter, die nicht nur Informationen zitierten, sondern „querdenken und über den Tellerrand hinaus schauen“. Bildungskonzepte sollten junge Menschen ansprechen und Freude und Interesse am Lernen wecken. Die Zukunft sei digital, dementsprechend müsste auch die Ausbildung auf diesem Gebiet neue Wege gehen. Die Rentenversicherung setze seit 2016 auf „Blended Learning“, darunter verstehe man die Kombination von unterschiedlichen Methoden und Medien, etwa aus Präsenzunterricht und E-Learning.

Die Vorsitzende des Fördervereins Bildungszentrum Sozialverwaltung, Brigitte Schulan, betonte, dass die Absolventen Durchhaltevermögen und Leistungswillen gezeigt hätten. Der Förderverein leiste einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Ausbildung und versuche mit unterrichtsunabhängigen Unternehmungen die berufliche und persönliche Entwicklung zu unterstützen. Und das in vielfältigster Form – das werde daran deutlich, dass es 587 Synonyme für das Wort „fördern“ gäbe. Humorvoll blickte Florian Heilgemeir im Namen der Diplomanden auf drei hektische, stressige, aber sehr schöne Studienjahre in Wasserburg zurück. 36 Monate, 1096 Tage, 28 Klausuren und zigtausend Ergänzungslieferungen später gäbe es viel zu erzählen. Das Motto laute: „Einer für alle, alle für einen“ und nicht nur im hochschuleigenen Partykeller seien Freundschaften geknüpft worden. Auf dem Weg zum Diplomverwaltungswirt habe man Wasserburg als Lern- und Lebensort schätzen gelernt.

Wasserburger Zeitung vom 03. November 2017