Bayerisches Staatswappen

Diplomierungsfeier des Prüfungsjahrganges 2014

VERANTWORTUNG UND SICHERHEIT

Allmählich füllt sich der Rathaussaal. Vorne sitzen auf beschilderten Plätzen die Diplomanden. Das heißt, noch sitzen sie nicht, noch schwirren sie durch die Reihen, fallen sich um den Hals, lachen, plaudern. Die Erleichterung ist spürbar. Drei Jahre Ausbildung, büffeln, die Abschlussprüfungen liegen hinter ihnen.


Wasserburg - Heute wird gefeiert, und entsprechend haben sie sich in Schale geschmissen, die Absolventen – überall glitzert und funkelt es wie beim Tanzkurs-Abschlussball. Straßsteinchen in den Steckfrisuren und an den Händen, Lacklederstöckelschuhe von aufsehenerregender Höhe, dunkle Anzüge unter gegelten Häuptern, festliche Stimmung im sanft erleuchteten Rathaussaal. Irgendwann fliegen Töne herüber – „Learning to Fly“ von der Wasserburger Band „Just Duty Free“, angereichert durch drei Diplomanden, lässt das Gemurmel nach und nach verebben.
Ausbildungsleiter Rainer Schmid eröffnet die Feier. Anerkennend hebt er hervor, dass von den 82 Studierenden, die vor drei Jahren mit der Ausbildung begonnen hätten, 74 heute eine Urkunde ausgehändigt bekämen.
Ihren Aufgabenbereich charakterisiert er dergestalt, dass sie in Zukunft nicht mehr nur Fragen stellen, sondern solche in erster Linie beantworten würden, und zwar im Bereich Rentenversicherung und Sozialleistungen.
Anschließend würdigt der Bürgermeister der Stadt, Michael Kölbl, die Diplomanden. Er hebt ebenfalls die Verantwortung hervor, die sie künftig zu tragen hätten, aber auch die Sicherheit, die der Staat ihnen bieten würde nach dem Motto: „Die Jacke des Staats ist eng, aber warm“, woraufhin die Band mit „I Feel Uncertainty“ kontert.
Es folgt der Festvortrag von Dr. Norbert Kollmer, Präsident des Zentrums Bayern Familie und Soziales, das dem Sozialministerium unterstellt ist. Er bemüht neben der Fußballer-Weisheit, der zufolge das nächste Spiel stets das schwerste sei, auch ein Rilke-Zitat: „Wer spricht von Siegen? Überstehn ist alles“, in dem es allerdings weniger um das Überstehen von Prüfungsstress, als vielmehr des Lebens an sich geht, ist das Zitat doch einem Requiem entlehnt.

Beruf und Privatleben gut vereinbaren

Anschließend preist er die Vorzüge seines Hauses, in dem wohl so manche der Absolventen landen würden: Es böte Flexibilität, was die Arbeitszeit, Stabilität, was den Arbeitsplatz anginge, sowie gute Vereinbarkeit der Arbeit mit dem Privatleben. Dies sei umso wichtiger, als die Trendforschung gezeigt habe, dass Beruf und Privates immer mehr zusammenwüchsen.
Zwei Diplomanden, Julia Höppner und Alexander Bäurle, nahmen stellvertretend für ihre Kollegen liebevoll manche Lerninhalte aufs Korn sowie die, die sie vermittelten.
Die Vorsitzende des Fördervereins, Brigitte Kilburger, beschloss mit Betrachtungen über das Glück den offiziellen Teil der Reden, ehe man zur feierlichen Übergabe der Urkunden schritt, wobei nicht versäumt wurde, die – notenmäßig – Jahrgangsbesten gesondert zu ehren. Wer im Berufsalltag am besten abschneidet, und ob sich das überhaupt (er)messen lässt, wird wohl erst die Praxis zeigen.
Beim anschließenden Stehempfang im Bildungszentrum Wasserburg jedenfalls konnten die Diplomanden, die sich bereits beim Festakt in diversen Rollen (erfolgreiche Prüfungsabsolventen, Sängerinnen einer Band, Vortragsredner) präsentiert hatten, sich gleich praktisch bewähren: als Kellner, Schankmeister, Caterer. Auch dies meisterten sie mit Bravour.

Wasserburger Zeitung vom 03. November 2014