Bayerisches Staatswappen

Diplomierungsfeier des Prüfungsjahrganges 2013

57 HOCHSCHUL-DIPLOME ÜBERREICHT

Falsches Bild von moderner Bürokratie

Der historische Rathaussaal bot wieder einmal den feierlichen Rahmen, um 57 Absolventen und Absolventinnen der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern Fachbereich Sozialverwaltung ihre Diplomierungsurkunden zu überreichen. Silke Schimkus (1,54) von der DRV Schwaben und Stephanie Listl (1,54) vom ZBFS Niederbayern waren die Besten.


Wasserburg
- Die frisch gebackenen Diplomverwaltungswirte/innen werden künftig überwiegend bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und dem Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) eingesetzt. "Sie haben sich einen Arbeitgeber gewählt, der Wert auf Qualität legt, das zeigt sich daran, dass er in Wasserburg ausbilden lässt, betonte der Fachbereichsleiter Rainer Schmid und hob bei seiner Begrüßung noch zwei weitere Gründe für die richtige Berufswahl der Absolventen hervor. Die dürften jetzt einen akademischen Titel tragen und das schade nie - nicht nur in Österreich.

Nun müssten sie Verantwortung in ihren Behörden übernehmen und sollten sich dabei immer bewusst sein, dass sie es mit Menschen zu tun hätten. Mit ausgezeichneten Ergebnissen hätten alle Absolventen bestanden und so lasse es sich ausgelassen feiern. "Seien Sie stolz darauf, im öffentlichen Dienst zu sein und bleiben weiterhin so aufgeschlossen", empfahl Rainer Schmidt, dann sei ihm um die weitere berufliche Karriere nicht bange.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Marlene Hof-Hippke überbrachte die Glückwünsche der Stadt Wasserburg und richtete sich vor allem an die Absolventen, die nicht das Ergebnis erreicht haben, das sie sich vielleicht vorgestellt hätten. Sie sollten sich an ihre Anfangszeit in Wasserburg erinnern und ihre Entwicklung während der letzten drei Jahre in den Vordergrund stellen.
Alle hätten eine Reifung durchgemacht und sich jede Menge Wissen und soziale Kompetenzen erarbeitet.

"Das Kapital des öffentlichen Dienst verlässt abends auf zwei Beinen das Büro" zitierte Ministerialrat Jürgen Schulan und blickte in seiner Festrede kritisch, doch sehr humorvoll auf die vielen Veränderungen in diesem Bereich. Jeder Bürger habe das Grundrecht auf eine gute Verwaltung. Das Berufsbildungszentrum in Wasserburg, das vor genau 20 Jahren eröffent worden sei, trage dazu bei und sei zudem ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt - nicht nur in ökonomischer sondern wohl auch in gastronomischer Sicht, fügte Schulan augenzwinkernd an.

In ihrem dualen Studium hätten die Absolventen das notwendige Rüstzeug mitbekommen, um mit Verlässlichkeit, Verständnis, Respekt, Wertschätzung und modernsten Kommunikationsmitteln, die notwendige Akzeptanz beim Bürger zu erreichen. Eine positive und optimistische Grundeinstellung sollten die Basis dafür bilden. Speziell an der Schlagzeile "Hochwasser" sei die falsche Wahrnehmung in der Öffentlichkeit deutlich geworden. Denn gerade in Notsituationen brauche es eine funktionierende Bürokratie, aber keinen Bürokratismus, bei dem Vorschriften wichtiger als Menschen seien, gab der Ministerialrat zu bedenken.

Die Vorsitzende des Fördervereins Bildungszentrum Sozialverwaltung, Brigitte Kilburger, betonte, dass sich die Absolventen so kurz nach der Bundes- und Landtagswahl und kurz vor der Kummunalwahl eine spannende Zeit für den Berufseinstieg ausgesucht hätten. In ihren Grußworten mit Ausschnitten aus den verschiedenen Parteiprogrammen zog sie Parallelen zum Programm des Fördervereins. Der versuche mit vielen Unternehmungen für eine Vertrautheit der Absolventen in ihrer neuen Umgebung zu sorgen.

Humorvoll blickten Ramona Friedel und Felix Zull im Namen der Diplomanden auf drei hektische, stressige aber sehr schöne Studienjahre in Wasserburg zurück, die von Gemeinschaft, Teamgeist und familiärer Atmosphäre geprägt gewesen seien, wie sie bilanzierten. Auf dem Weg zum Diplomverwaltungswirt habe man sich gefreut, geärgert und viel gelacht und den Klausurmarathon am Ende mit Baldrian und Schokolade durchgestanden.

 

Wasserburger Zeitung vom 28. Oktober 2013