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Feier zur Verabschiedung des bisherigen und der Einführung des neuen Fachbereichsleiters am 19. Januar 2012

Fachbereichsleiterwechsel

© Königbauer - Ein herzlicher Händedruck zur Übergabe: Heribert Huber (rechts) und Rainer Schmid.

Mit Herzlichkeit gepunktet

Schon seit über 100 Tagen ist Rainer Schmid als Fachbereichsleiter der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Wasserburg Nachfolger von Heribert Huber. Jetzt wurde der Stabwechsel offiziell vollzogen - teilweise in recht persönlicher Weise. 


Wasserburg
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Das ausgedruckte Programm wirkte auf den ersten Blick amtlich steif: Eine Begrüßung, fünf Grußworte, eine Festrede und Ansprachen der zwei Hauptpersonen warteten auf die Gäste im Rathaussaal,die aus ganz Bayern gekommen waren. Vertreter der Rentenversicherungen, der Sozialjustiz, von anderen Fachhochschulen und aus dem Sozialministerium verabschiedeten Heribert Huber in den Ruhestand und wünschten seinem Nachfolger Glück.

Dafür, dass es dann doch nicht zu steif wurde, sorgte wohl in erster Linie die Persönlichkeit von Heribert Huber. Der wurde allgemein als herzlicher und menschlicher Chef, als "humorvoll, selbstbewusst aber nicht auftrumpfend" erlebt, wie es Hermann Vogelgsang formulierte, der Präsident der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern, zu der auch der Fachbereich Sozialverwaltung in Wasserburg gehört.

Einige der Redner haben im Lauf der Jahre ein sehr persönliches Verhältnis zu Huber entwickelt, was sich in den Abschiedsworten widerspiegelte. Bürgermeister Michael Kölbl war überzeugt, dass das Bildungszentrum mit der Fachhochschule und der Verwaltungsschule inzwischen in Wasserburg durchaus stärker wahrgenommen werde. Dies war ein wesentliches Ziel von Huber gewesen, der mit "Herzblut" gewirkt und viel Wert auf das Zwischenmenschliche gelegt habe, so Kölbl.

Brigitte Kilburger, die Leiterin der Verwaltungsschule, erinnerte an einen Kollegen, der Gespräche mit Mitarbeitern am liebsten "bei langen Spaziergängen am Inn" geführt und für sie die Devise "lange Leine und kurze Wege" ausgegeben habe. Personalrat Klaus Mickisch würdigte Huber als Chef, der ein "hervorragendes Team" geformt habe.

Auch Friedrich Seitz, der als Ministerialdirektor im Staatsministerium für Soziales die Grüße von Ministerin Haderthauer überbrachte, wich immer wieder von seinem Manuskript ab und fand persönliche Worte für das "pädagogische Naturtalent" Heribert Huber: "Es fiel auf, wie gut sie junge Studierdende motivieren konnten." Die hatten Huber den Spitznamen "BGBert" verpasst, in Anspielung auf das Lieblingsgebiet des Juristen.

 

"Hochschulstadt Wasserburg"

Völlig aus dem erwarteten Rahmen fiel dann die Festrede von Manfred Burmeister, Freund und als früherer FH-Präsident Vorgesetzter Hubers. Er erzählte das Märchen von "Heribert im Glück", der strebsam auszog, später im Studium immer bei den Lustigsten und Fröhlichsten und auch in Weinkellern anzutreffen war, dann auch mit den "Mysterien" - sprich Ministerien - kämpfte und schließlich als "Weiser und Gerechter" der "Burgherr" in Wasserburg wurde.

Dass es hier auf den Ortstafeln keinen Hinweis auf die "Hochschulstadt Wasserburg" gibt, blieb ein kleiner Stachel in der positiven Bilanz, der im Laufe des Nachmittags mehrmals an Bürgermeister Kölbl weitergereicht wurde. Für Huber gab es als Trost eine Miniaturausgabe des Schildes.

Der Verabschiedete blieb angesichts von so viel Lob auf dem Boden und ließ auch kritische Gedanken aufblitzen. "Das Nachdenken wäre es schon wert" meinte er zu dem Hochschul-Ortsschild, war er doch bei der Stadt mit einem entsprechenden Vorstoß seinerzeit abgeblitzt. Dass "eine planbarere Personalpolitik nicht von Schaden" wäre, gab er den Verantwortlichen in den Ministerien mit. Schließlich versicherte er einmal mehr, dass er sich trotz aller Begeisterung für seine Arbeit auch auf den Ruhestand gefreut habe: "Die Menschen werde ich vermissen, die Probleme nicht."

Dass an diesem Tag der Abschied im Vordergrund stehen würde, war zu erwarten. Nachfolger Rainer Schmid wurde aber ebenso herzlich begrüßt. So meinte Klaus Mickisch, man habe ihn in den ersten hundert Tagen als "sehr dynamisch" kennengelernt. Hervorgehoben wurde auch die Kompetenz, die er mitbringe.

Schmid selbst freute sich, eine "sehr gut funktionierende Einheit" vorgefunden zu haben, die allerdings auch einige Zukunftsaufgaben zu erledigen habe: Die Umwandlung des bisherigen Diplom- in einen Bachelor-Studiengang sei auf Dauer unumgänglich.

koe

Wasserburger Zeitung vom 21./22.01.2012