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Diplomierungsfeier des Prüfungsjahrganges 2012

Frischer Wind für Sozialverwaltung

Wasserburg - 47 Absolventen und Absolventinnen der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern, Fachbereich Sozialverwaltung, erhielten ihre Diplomierungsurkunden im Rathaussaal. Claudia Henning(1,54) von der DRV Bayern Süd und Anita Schnell (1,59) vom ZBFS Oberpfalz waren die Besten.

Die frischgebackenen Diplomverwaltungswirte und -wirtinnen werden künftig überwiegend bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und dem Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) eingesetzt.

"Fliegen haben wir Ihnen zwar nicht beigebracht, aber hoffentlich viel Brauchbares für die Zukunft", hoffte der Fachbereichsleiter Rainer Schmid und bezog sich bei seiner Begrüßung auf den musikalischen Auftakt der Band "Just Duty Free" und dem Song "learning to fly". Mit ausgezeichneten Ergebnissen hätten alle Absolventen bestanden und er habe sie ein Jahr ihres Studiums begleiten dürfen. Maßgeblich am Ausbildungserfolg sei aber auch sein Vorgänger Heribert Huber beteiligt gewesen.

Laut den Ausbildungsrichtlinien hätten die Absolventinnen und Absolventen umfassende Handlungskompetenzen erworben. Nun müssten sie Verantwortung in ihren Behörden übernehmen und sollten sich dabei immer bewusst sein, dass sie es mit Menschen zu tun hätten. "Seien stolz darauf, im öffentlichen Dienst zu sein", empfahl Rainer Schmid, denn ohne funktionierende Verwaltung laufe gar nichts.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Marlene Hof-Hippke überbrachte die Glückwünsche der Stadt Wasserburg und vermutete, dass sich die Absolventen jede Menge Lernstoff und sogenannte soft skills, also soziale Kompetenzen erarbeitet hätten. Das bräuchten sie auch, denn die Anforderungen der Bürger würden immer höher.

Festredner Heribert Huber nahm sich vor, "festzureden ohne sich festzureden". Mit großer Vorfreude habe er der Diplomierungsfeier entgegengesehen und er bedauerte gleichzeitig, dass der Begriff Vorfreude aus der Mode gekommen sei. Heute gelte das Motto "je schneller, desto besser". Der Weg sei nicht mehr das Ziel und Warten werde nicht mehr belohnt. Während man früher erst gespart und dann gekauft hätte, werde heute oft gekauft und dann abbezahlt, auch in zentralen Aspekten des Wirtschaftssystems. Das sei außer Kontrolle geraten. Das hätten das Jahr 2008 und die Börsenkrise gezeigt.

Die Absolventen bekämen Diplomurkunden, die nicht herunter zu laden seien und die ihren Wert behielten, betonte der langjährige Fachbereichsleiter. Er wünschte den Diplomanden das nötige Gespür für menschliche Werte und die nötige Kraft und Stärke, diese auch umzusetzen.

Die Vorsitzende des Fördervereins Bildungszentrum Sozialverwaltung, Brigitte Kilburger, hielt es in ihren Grußworten mit einem chinesischen Sprichwort, wonach das Glück in der Arbeit liege, die Spaß mache. Sie hoffte, dass die Absolventen die Freude an ihrem Beruf behielten und auch den Förderverein weiterhin unterstützten, denn dessen Aktionen dienten dazu, die "neue Teilzeitheimat" vertrauter zu machen und trügen zur ganzheitlichen Ausbildung bei.

Humorvoll blickten Franziska Lepper und Dag Schumann im Namen der Diplomanden auf die drei Studienjahre mit vielen Gesetzbüchern zurück, "in denen schon ein bisschen Arbeit und Schweißtropfen hängen". Die Absolventen aus den verschiedenen Regierungsbezirken hätten dabei einige Hürden, auch sprachlicher Art, überwinden müssen. "Illusionen gingen verloren und Visionen wurden gewonnen". In erster Linie habe man Gesetze gelernt und dabei keine Möglichkeit der natürlichen Kompetenzvermittlung ausgelassen. Der ganzheitliche Ansatz sei bis zum Partykeller und Biergarten gegangen. "Das Resultat ist ein solides, fachliches Fundament und eine Menge frischer Schwung, mit dem nun im positiven Sinne, Staub aufgewirbelt werden soll," dazu brauche es allerdings die Unterstützung der Vorgesetzten und der "alten Hasen".

Wasserburger Zeitung vom 31. Oktober 2012

 

Bildergalerie

Impressionen in Bildern von der Veranstaltung der Hochschule zur Verleihung der Diplomurkunden an die Absolventen des Prüfungsjahrganges 2012 im historischen Rathaussaal der Stadt Wasserburg a. Inn können Sie hier abrufen.